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Manuela Gorn *Berlinerstr 14*16348*Wandlitz*Tel.033395-71290*email:Heiratsschnuffel@aol.com

kindergeschichten2

Der Schmetterlingsbaum

Die kleine Wildkirsche war ganz zufällig, so wie ein „Findelkind“, in den Wald geraten. Als eine der letzten, runzligen Früchte hatte sie ein Star vom Boden aufgepickt, um sie dann im Wald genüsslich zu verzehren. Nur den kleinen, bloßen Kern ließ er übrig.
Die Erde nahm den erbsgroßen Kirschkern in sich auf und nach einer Weile gruben sich feine Haarwurzeln durch die geborstene Schale in den lockeren Boden. Der junge Spross war anfangs dünner noch als die Halme der Waldgräser. Doch ähnelte er bald einer biegsamen Gerte, erreichte dann schnell die Stärke eines Besenstiels, ja eines Kinderarmes. Schlank und rank war sein Wuchs, doch das war auch schon alles.
Im mannshohen Dickicht fiel das Bäumchen keinem auf mit seinem schmächtigen Stamm und den wilden braunen Trieben. Und als es ergrünte, verschmolz es geradezu mit seiner Umgebung und dafür schämte es sich nicht wenig.
Ein kümmerliches Nichts war es, eins, das die Großen gerade mal so dulden. Und es fürchtete, womöglich immer so klein zu bleiben. Vielleicht kann es sich ja nie und durch nichts aus dem undurchdringlichen, grünen Pflanzenmeer hervortun, dieser Gedankte bedrückte es sehr. Leise und ohne sonderliche Vorkommnisse verging Tag um Tag, die Zeit verflog schnell wie der Wind. Rings um das Bäumchen veränderte sich wenig. Doch als sich der Frühling wieder einmal ankündigte, überkam es ein eigenartiges, unbekanntes Gefühl. Die ersten Sonnenstrahlen wärmten wohlig seine Zweige, neben den länglichen Blattsprossen wuchsen nun aber plötzlich auch kleine Knöllchen. Zuerst glaubte der kleine Baum krank zu sein, doch er verspürte keinerlei Schmerzen. Dann eines lauen Morgens – es war nunmehr richtig Frühling geworden – kam es ihm vor, als wäre wieder Schnee gefallen. „Aber das kann doch nicht sein, jetzt schneit es doch nicht mehr, es kann höchstens regnen! Das wird wohl ein Schwarm weißer Schmetterlinge sein, der sich auf mir niedergelassen hat“, dachte das Bäumchen. Jedoch regte sich kein Flügelchen, auch flatterte keiner der Falter davon, als es sich ein wenig schüttelte. Das Bäumchen beäugte die weiße Schar angestrengt und erkannte plötzlich die kleinen Knöllchen vom Vortag wieder. Die waren jetzt aber nicht einfach nur grün, auch ihnen entschlüpfte gerade ein Schmetterling. „Aber dann bin ich ja ein Schmetterlingsbaum!“
Während das Bäumchen noch grübelte, landete eine Biene auf einem der Falter. „Wirst du wohl“, herrschte es sie an, „lass meine Schmetterlinge in Ruhe!“ „Deine was?“, fragte die Biene verwundert. Doch dann wurde es ihr schlagartig klar: „Du kleiner dummer Kirschbaum. Das sind doch keine Schmetterlinge, du blühst einfach nur wunderschön! Bestimmt sind das deine ersten Blüten, deshalb hast du sie nicht erkannt. Du kannst stolz sein, du bist der Schönste hier!“
Diese Worte erfüllten den kleinen Baum mit unsagbarer Wonne. Man hatte ihn gelobt und für schön gehalten, vielleicht war er ja doch nicht so nutzlos.
Als der warme Sommer ins Land kam, zeigten sich anstelle der weißen Blüten zuerst rote, später fast schwarze, kleine Kirschen. Dem Herbst folgte der Winter, alsbald kam wieder der Frühling. Und der kleine Baum konnte es kaum erwarten, von den ersten Sonnenstrahlen geküsst zu werden und seine Blütenpracht zu entfalten, dass es der Wind rings im Wald verkündet: „Schaut nur, der kleine Kirschbaum ist erblüht, und wieder ist er der Schönste von allen…“

Wie das Eichhörnchen zu seinem Namen kam

Es wurde Herbst. Das Laub im großen Wald leuchtete bereits in den herrlichsten Farben. Heftige Windstöße wirbelten die Blätter von den Bäumen und schleuderten Eicheln, Nüsse und Kastanien auf den moosweichen Boden. Die Tiere begannen, ihre Wintervorräte anzulegen. Auch das kleine Rotfellchen mit dem buschigen Schwanz, war emsig damit beschäftigt, die herunter gefallenen Schätze aufzusammeln.

"Was machst du da?"

Das Rotfellchen vernahm ein leises Wiehern. Erschrocken blickte das Tierchen nach oben und sah ein wunderschön silbern glitzerndes Horn, das mitten auf der Stirn eines schneeweißen Einhorns prangte.

"Ich sammle Eicheln und Nüsse für den Winter, damit wir keinen Hunger leiden müssen!", antwortete es artig aber schüchtern.

Das Einhorn nickte verständnisvoll.

"Bist du das Einhorn, das unseren Wald beschützt?" erkundigte sich das Rotfellchen scheu. Ehrfürchtig betrachtete es die edle Gestalt, deren seidig schimmerndes Fell im goldenen Licht der Sonnenstrahlen, die durch die lichten Baumkronen fielen, besonders schön glänzte.

"So ist es!" antwortete das Einhorn. "Ich kümmere mich um alle Tiere in diesem Wald. Hast du vielleicht einen speziellen Wunsch?"

"Oh ja!" jauchzte das Rotfellchen und wurde noch eine Spur röter. "Am liebsten hätte ich auch so ein schönes Silberhorn wie du!"

"Das geht nicht, tut mir wirklich leid!" bedauerte das Einhorn und scharrte nachdenklich mit den Hufen.
Enttäuscht wandte sich das Rotfellchen ab. Typisch, dachte es still für sich und seufzte, wenn ich mir schon mal etwas wünsche.

"He, sei doch nicht traurig!" Mitleidig stupste das Einhorn das kleine Tierchen mit seinem Horn. Das kitzelte und beide mussten lachen. "Ich habe DIE Idee!" wieherte es vergnügt und warf überschwänglich seinen Kopf nach hinten, so dass das Silberhorn erneut aufblitzte.

"Da du klein bist, könnte ich dich Hörnchen nennen. Und weil wir uns unter dieser Eiche getroffen haben, am besten EICHHÖRNCHEN. Dann trägst du das Horn wenigstens im Namen. Das werde ich auch sofort allen Waldbewohnern mitteilen. Einverstanden?"

"Gilt das dann auch für meine Familie?" fragte das Rotfellchen, das nun Eichhörnchen hieß, schon ein wenig getröstet.

"Versprochen - und zwar für alle Zeit!" bestätigte das Einhorn und wollte sich gleich auf den Weg machen, da bemerkte es den grüblerischen Gesichtsausdruck des kleinen Tierchens.

"Ist was nicht in Ordnung?" wandte es sich dem Kleinen zu.

"Doch schon, es ist nur", druckste das Eichhörnchen verlegen herum, "zuhause wird mir das niemand glauben!"

"Du brauchst also einen Beweis?" schmunzelte das Einhorn. "Na, dann strecke mir die Eichel entgegen, die du vorhin aufgehoben hast."

Nervös suchte das Eichhörnchen danach, denn sie war ihm vor lauter Aufregung vor die Pfötchen geplumpst. Endlich hielt es sie dem Einhorn gehorsam hin und verharrte ganz still. Nur die aufgestellten Puschelohren zitterten ein wenig, als die Spitze des Silberhorns die Eichel sacht berührte. Es konnte kaum glauben, dass sie sich augenblicklich mit Silber überzog und prächtig funkelte.

"Wie schön!" staunte es andächtig.

"Jetzt wird man dir glauben!"

Mit diesen Worten verschwand das Einhorn ebenso plötzlich, wie es erschienen war. Bald darauf kannten alle Tiere im Wald den neuen Namen EICHHÖRNCHEN.

 

Hündchen Omni und das kleine Gespenst


Langsam wurde Hündchen Omni unruhig. Heute ist doch Halloween! Schon Nachmittag. Ob Katharina nicht an das Gruselfest denkt?

Omni mag Gruseln. Aber nur ein bisschen. Schlimmes Gruseln mag er nicht.
Er möchte es jetzt wissen.
"Katharina, was machen wir? Heute ist doch Halloween."
"Ich glaube, wir machen nichts Besonderes dafür. Man muss nicht alles mitmachen."
Omni wusste zuerst nicht, was er sagen sollte. Auf einmal sah er ganz traurig aus.
"Können wir denn nicht etwas Kleines zum Gruseln machen? Es soll auch nichts kosten und nicht viel Arbeit machen."
Katharina merkte, wie traurig und enttäuscht Omni war. Er tat ihr Leid.
"Kleiner Omni, du hast Recht. Etwas ganz Kleines zum Gruseln machen wir."

Während Omni noch überlegte, was das sein könnte, hatte Katharina schon einige Dinge geholt und auf den Küchentisch gelegt:
ein Papiertaschentuch
Watte
etwas Klarsichtfolie
Schere, Nadel, weißen Faden, dicke grüne Wolle
einen schwarzen Filzstift

Ganz schnell hüpfte Omni auf den Küchentisch. Er wollte helfen oder wenigstens alles genau sehen.
Katharina faltete das Taschentuch auseinander.
"Omni, nimm die Watte und forme daraus eine feste Kugel."
Die Wattekugel war schnell fertig. Damit sie lange schön rund bleibt, wurde sie mit etwas Klarsichtfolie fest eingewickelt. Katharina legte sie dann genau in die Mitte des Taschentuches und umhüllte die Wattekugel mit dem Taschentuch.
Unterhalb der Kugel drückte Katharina das Papiertuch fest zusammen.
"Omni, jetzt musst du mir wieder helfen. Halte das Papiertuch so zusammen wie ich gerade. Ich binde den grünen Wollfaden ganz fest um die enge Stelle und mache einen Doppelknoten."

Omni überlegte schon die ganze Zeit. Das soll etwas für Halloween werden? Er spürte nicht einmal ein ganz kleines Gruseln.
Katharina nahm den Filzstift und malte noch etwas auf die Kugel. Er konnte aber nicht sehen, was es war.
"Fertig. Schau Omni, was sagst du jetzt?"
"Ein Gespenst, ein richtiges kleines Gespenst!", freute sich Omni.
Katharina hatte mit dem Filzstift große runde Augen, einen Mund und für die Nase zwei Pünktchen gemalt.
"Das kleine Gespenst hängen wir jetzt am Türrahmen auf, damit es schön hin und her schweben kann", meinte Katharina.
Sie nahm die Nadel mit dem dünnen weißen Faden und befestigte ihn oben am Kopf des kleinen Gespenstes.

"Katharina, sei bitte nicht enttäuscht. Das kleine Gespenst sieht nicht zum Gruseln aus. Es sieht so lieb aus. Aber das macht nichts. Ich muss es dann auch nicht wegräumen, wenn das Gruselfest vorbei ist", meinte Omni zufrieden.



Geschichte mit Bastelanleitung für Kinder ab 3 Jahren

Ich habe Katharina bewusst nicht erzählen lassen, warum sie zuerst nichts für Halloween machen will. So kann man auch schon mit kleineren Kindern überlegen, welche Gründe sie dafür haben könnte.



Fasching in der Hasenschule


„Das erste ist geschafft“, verkündet Karlchen. Er hat sich gerade in einen langen, schwarzen Pulli gekämpft. Jetzt drückt er mit der linken Pfote seine Ohren nach hinten, mit der rechten greift er sich eine schwarze Mütze und müht sich, sie über den Kopf zu ziehen. Dabei hampelt er herum, als würde er von einem Fliegenschwarm angegriffen. Schließlich kann er blitzschnell die Ohrenfesthalte-Pfote wegziehen und die Mütze richtig runterziehen. Zufrieden schnappt er die Sonnenbrille – von Graf von Groeneveld geborgt! – und schiebt sie sich vor die Augen.
„Mama hat mir an den Seiten zwei Löcher gemacht, für die Bügel, hält gut!“ Er dreht sich mehrmals herum, und Kurti nickt anerkennend.
„Zum Graben nehme ich noch Schaufel und Harke in mein Körbchen“, sagt Karlchen, „dann bin ich fast ein echter Maulwurf! Ob mich wohl jemand erkennt?“
Aber Kurti ist inzwischen mit seiner Verkleidung beschäftigt. Grade schiebt er Arme und Kopf durch ein schwarzes T-Shirt, an dem viele schwarze Federn befestigt sind, besonders an den Ärmeln. Er streckt die Arme zur Seite, bewegt sie auf und ab und hüpft dabei so hoch wie er kann.
„Du brauchst wohl noch ein bisschen Flugunterricht bei Jakob“, grinst Karlchen. Beide lachen.
Nun bindet Kurti sich den Rabenschnabel um. „Kra, kra!“, ruft er und schreitet gemessen herum. „Kra, kra, leckere Regenwürmer gefällig?“
Karlchen schüttelt sich. Dann rufen sie tschüß und sausen los, um Emmi abzuholen, zur Faschingsfeier in der Schule.

Emmi ist ein Prinzessinnen-Traum in Rosa! Rosa Kleid, ein Kranz mit rosa Blumen auf dem Kopf. Rosa Schleifen an den Ohren, den Armen, um den Hals – und eine rosa Riesenschleife auf dem Rücken!
Sie neigt ihren Kopf zur Seite und lächelt Karlchen an. „Wie findest du mich?“, wispert sie und schlägt die Augen ein wenig nieder.
„Süß....“ Karlchen schluckt und blickt ihr tief in die Augen. „Du bist - - - meine Prinzessin....Au!!“
Kurti! Hat der ihm doch einen Schlag auf den Rücken verpasst! „Na warte!“ Harke schwingend flitzt Karlchen hinter ihm her, und dann rollen sie beide über den Boden, Federn und Körbchen sind egal.
„Männer!“, seufzt Emmi.

Schließlich kommen sie bei der Schule an. Ein großer Zauberer empfängt sie. „Willkommen, Prinzessin, Maulwurf und Rabe! Heute ist die Hasenschule auch für euch geöffnet. Abrakadabra...“ Und dabei schwenkt er seinen Zauberstab.
Lieber weg! Schnell laufen die drei zu den anderen.
„Der hörte sich an wie Meister Löwenzahn“, flüstert Karlchen. „Hoffentlich kann er nicht wirklich zaubern, ich hab doch neulich...“
Aber da werden sie schon umringt von Füchsen, Katzen, Eichhörnchen und Igeln! Und auch zwei Prinzessinnen sind noch da.
„Du bist die Schönste“, flüstert Karlchen Emmi ins Ohr. Beide werden ein bisschen rot.
Immer mehr verkleidete Hasen kommen auf die Wiese, sogar ein Jäger mit Hund ist dabei.
„Wenn der dir was tun will, Emmi, dann zeig ich ihm, was eine Harke ist!“ Karlchen – der Prinzessinnen-Beschützer!
Das Fest geht los.
Sie spielen Häschen in der Grube, Fuchs, du hast den Hasen gestohlen, Ich bin ein kleiner Hase; sie machen Wettlaufen, Hoch- und Weitspringen. Und Feines zu futtern gibt es auch: Möhrenfrikadellen, Möhrentorte, Möhren im Schlafrock und die besonders beliebten Möhrendöner.
„Uff, einfach klasse“! Karlchen liegt im Gras und ist voll wie ein Maulwurf nach 26 Regenwürmern. Emmi richtet ihre Schleifen, und Kurti zählt seine verbliebenen Federn – nur noch 22!

Da klatscht Meister Löwenzahn in die Pfoten. „Liebe Hasenkinder, auf zum letzten Spiel: Verstecken!“
Igel und Katze sind die Sucher. Sofort fangen sie an zu zählen. Bei 50 soll die Suche losgehen.
Alle flitzen wie von Zauberhummeln gejagt über die Wiese. Einige verkriechen sich unter Büschen, zwei verschwinden in einem Loch, eine große Gruppe saust in Richtung Wald und ist schon nicht mehr zu sehen. Ein Eichhörnchenhase versucht sogar, auf einen Baum zu klettern! Aber nein – es geht nicht. Wohin nun???
„50! Wir kommen! – Eichhörnchen, entdeckt!“ Da haben sie schon den ersten.
Emmi, Karlchen und Kurti sind mitgelaufen in Richtung Wald. Kreuz und quer huschen die Hasen und suchen Verstecke. Zwei bleiben unter einem Busch, drei verbuddeln sich unter altem Laub, einer setzt sich hinter einen ganz dicken Baum; man weiß gar nicht, wo sie alle geblieben sind.
Emmi merkt auf einmal, dass sie alleine ist. Sie guckt sich um. Nichts zu sehen von Karlchen und Kurti und anderen Hasen. Da hört sie: „50! Wir kommen!“ Oh! Schnell weg! Aber wohin? „Komm hierher! Hier in der Baumhöhle ist noch Platz für dich!“
Das kam von rechts. Emmi hoppelt in die Richtung. Ein Fuchs winkt aus einer Baumhöhle. „Hier bin ich!“ Erleichtert flitzt Emmi hin und kriecht hinein. „Danke, dass du mich gerufen hast!“, seufzt sie.
„Kein Problem. Komm weiter rein, wir machen es uns gemütlich!“
Drinnen ist es ziemlich dunkel. Emmi kann ihren Retter gar nicht genau sehen. „Du hast aber eine tolle Verkleidung! Bist du Peter?“, fragt sie.

Igel und Katze haben inzwischen schon sehr erfolgreich gesucht. „Ein schlauer Hase kennt eben alle Verstecke“, prahlt der Igelhase.
„Uns hast du ja nur gefunden, weil du über uns gestolpert bist!“, schimpft ein Laubhaufenhase. „Und dabei bist du mir noch auf die Ohren getreten!“
„Selber Schuld, wenn die so lang sind!“, lacht der Igelhase und fährt sich mit den Pfoten über seine Mütze mit den kleinen Öhrchen.
„Soll ich sie dir mal runterziehen? Mal sehen, was...“
„Stopp!“ Meister Löwenzahn greift ein. „Wir spielen verstecken und nicht streiten. Fehlt denn noch jemand?“
Suchend blicken sich alle um. „Karlchen, Kurti und Emmi sind nicht da“, sagt Peter.
Da kommt der Katzenhase mit Karlchen und Kurti. „Juhu, ich hab noch zwei!“
Kurti prahlt. „Uns ist ein bisschen langweilig geworden, da haben wir uns eben finden lassen...“
„Wo ist denn Emmi?“ Karlchen blickt sich suchend um.
„Die hat wohl ein noch besseres Versteck als ihr“, neckt eine Prinzessin.
„Wir müssen sie suchen!“, ruft Karlchen und will schon loslaufen.
„Halt!“, ruft Meister Löwenzahn. „Wir wollen gezielt vorgehen. Wer hat Emmi gesehen? Wann und wo?“

Emmi hat Angst. Die Höhle ist so dunkel, und Peter ist so unheimlich. Oder ist es gar nicht Peter? Er hat so spitze Zähne und guckt sie so gierig an. Und dabei tropft ihm immer Spucke aus dem Mund.
„Peter“, ihre Stimme zittert, „Peter, ich will jetzt zurück. Die finden uns nicht.“
„Umso besser, du – du leckeres Häschen...“ Er schmatzt und schluckt und neigt seinen Kopf ganz dicht zu ihr. Er schnüffelt an ihr!!!
„Peter, du bist so komisch...“ Emmi versucht zurückzuweichen, aber da ist die Höhlenwand! Sie drückt sich so doll daran, dass es schon wehtut.
„Ist nicht Fasching? Da darf man doch komisch sein...“ Laut schlürft er seine Spucke durch den Mund.
„Ich geh jetzt!“, sagt Emmi tapfer und schiebt sich Richtung Ausgang.
„Ha, ha, sie geht jetzt!“ Er versperrt ihr den Weg.
„Hilfe!“ Den einen Schrei kann Emmi ausstoßen, dann hält er ihr den Mund zu.
„Du kleines Hasenbiest! Jetzt bist du dran! Hast du mir nicht Weihnachten Möhren auf die Nase gehauen!? Hast du mich nicht hungern lassen!? Nur erfrorene Mäuse hab ich gehabt, und dabei wollte ich doch auch ein Weihnachtsessen!“ Er knurrt und lacht wie ein Verrückter. „Jetzt hab ich eins...“ Er schmatzt und kichert. „Ich werde dich in meine Höhle schleppen und dich säuberlich zerlegen. Das werden Festtage für mich, du süßes kleines rosa Häschen...“ Wieder schlürft er seine Spucke.
Emmi ist starr vor Entsetzen. Das ist gar kein verkleideter Hase, das ist ein Fuchs! Ein echter Fuchs! Das ist der Weihnachtsfuchs!!! Hilfe! Ich bin verloren! Einen Moment verlässt sie alle Hoffnung und sie wird ganz schlaff. Dann schießen ihr Bilder von Karlchen und Kurti, von Graf von Groeneveld, Jakob und Flitz durch den Kopf.
Ich lass mich doch nicht einfach auffressen! Sie spannt die Muskeln an und quiekt, schreit, strampelt, schlägt, kratzt. Ihre große Schleife geht auf, aber das merkt sie gar nicht.
Der Fuchs ist völlig überrascht. Er hat vom Festmahl geträumt und dabei nicht mehr aufgepasst. Emmi reißt sich los und flitzt aus der Höhle. Haken schlagend rast sie in Richtung Wiese und schreit laut um Hilfe. Ihr Schleifenband bleibt als rosa Schlange zurück.
Der Fuchs will hinterher. Die Hinterbeine laufen los, und die Vorderbeine hängen fest. Er knallt auf die Schnauze, rutscht ein Stück nach vorn und donnert mit der Nase gegen einen großen Stein. „Au!!!“ Das blöde Schleifenband! Und dann wird er auch noch mit Tannenzapfen beworfen! Flitz, das Eichhörnchen!
„Lauf, Emmi!“, ruft es, „ich halte ihn fest!“ Und einen Treffer nach dem anderen pfeffert er dem Fuchs auf den Kopf.
Jetzt hört man auch noch Rabenrufe! Jakob und seine Freunde.
Der Fuchs heult auf. „Das ist gemein! Das ist sooo gemein! So unfair! Huhuhu! Ich muss alles allein schaffen, und die - !!!“ Er schlägt mit der rechten Vorderpfote immer wieder auf den Boden und schluchzt. „Ich zieh um, hier hält es ja kein Fuchs aus!“ Wütend strampelt er sich von dem rosa Schleifenband los und fängt an zu laufen.
„Gute Reise!“, ruft Flitz. „Lass dich zum Salatfuchs umschulen, dann kannst du wiederkommen!“ Und als Abschiedsgruß wirft er noch drei Tannenzapfen hinterher.
Die Raben brauchen nicht mehr zu helfen, sie winken und fliegen weiter.

Emmi hat keine Todesangst mehr. Sie hat Flitz gehört und sie hat die Raben gehört. Im Laufen dreht sie sich um. Ist der Fuchs weg? Nichts zu sehen. Gleich hat sie es geschafft.
„Emmi! Emmi!“ Ganz viele Hasen laufen ihr entgegen!
„Hier! Hier bin ich!“ Sie keucht. Sie ist am Ende ihrer Kraft. Ein paar Schritte schafft sie noch, dann ist Karlchen da und Kurti und all die anderen. Sie lässt sich fallen, und sie wird auf die Wiese getragen, bekommt etwas zu trinken, und Karlchen hält ihre Pfote.
„Der Fuchs ist weggelaufen“, kann sie schließlich erzählen, „und Flitz hat mir geholfen, und – wo ist meine Schleife?“

Der Fuchs hat wirklich Salat probiert! „Bäh! Nichts für mich! Da bleib ich lieber bei Mäusen! Und irgendwann werde ich ein Häschen vernaschen, es muss ja nicht Emmi heißen!“

   

louise schöne Geschichte

 

 

 


louise war ein süßes kleines Mädchen das sehr gerne Bücher las. Als louise 8 Jahre alt war, war ihr aufgefallen das es in jeder Geschichte, in der es ein Happy End gab, erst etwas Schlimmes geschehen musste. Egal ob ein Kind seinen Teddybär verlor, etwas kaputt ging oder noch weitaus schlimmer Sachen geschahen, Louise konnte nicht verstehen warum eine Geschichte den nicht von Anfang bis Ende gut sein konnte.

Nachdem sie verzweifelt an ihrem Gedanken festhielt und nicht weiterkam beschloss sie einfach eine eigene, schöne, Geschichte zu schreiben.
Sie krammte ein paar Stifte und ein Blatt Papier hervor und überlegte eifrig was sie denn nun schreiben könnte.
louise fielen so viele Sachen ein die über verheiratete Blumen bis über gelbe Wolken doch bei den glücklichen Schmetterlingen endeten.

Sie suchte sich den schönsten Stift aus den fünf die sie hatte und legte los:

„Es waren einmal drei Schmetterlinge namens Lara, Buffy und Violett.
Die drei Schmetterlingsmädchen waren die beste Schmetterlingsfreundinnen seid sie fliegen konnten und liebten nichts mehr als in der warmen Frühlingssonne durch die Blümchen zu rasen.
Sie gingen in dieselbe Flugschule und machten sogar ihre Hausaufgaben zusammen, denn jeder der drein konnte etwas besonders gut und half den beiden gern wenn eine mal Schwierigkeiten hatte.
Sie kamen in das Alter in dem sich jede zwar für andere dinge interessierte,
doch den Kontakt brachen sie Niemals ab.
Und wenn eine von den dreien mal nicht konnte trafen sich zwei alleine und teilten der dritten ganz eifrig alle Neuigkeiten mit. So kam es das Lara  Buffy, gelbi violett und violett Lara traf. Aber am tollsten fanden die drein doch ihre Ausflüge in die Blumenwiese, die sie schon als Schmetterlingskinder so gerne getan haben. Buffy pflügte für ihr Leben gern kleine Gänseblümchen, Lara kletterte Sonneblumen hoch und Violett lag einfach so da und genoss die warmen Sonnenstrahlen.
Als Violett eines Tages eine Ausbildung zur Flughelferin angeboten kam, die sie aber leider in einem anderen Schmetterlingsviertel antreten musste, schlugen Lara und Buffy vor sie zu begleiten und mit ihr in eine Blumenhütte zu ziehen.
Nach und Nach bekamen alle der Drei Schmetterlingsdamen einen festen Freund und gründeten ihre eigene Flatterfamilie.
Sie zogen auch alle in eine eigene Blumenhütte, blieben aber Nachbarn und auch Ihre kleinen Schmetterlingskinder spielten jeden tag zusammen auf der großen bunten Blumenwiese.
Und wenn sie nicht gestorben sind dann fliegen sie noch heute.“

Louise packte ihre Stifte weg und betrachtete mit einem lächeln auf dem Gesicht ihr Werk. Auch wenn sie wusste dass sie diese Geschichte niemanden zeigen würde, war sie sehr stolz behaupten zu können es gäbe eine rundum schöne und glückliche Geschichte.

 Bobby erblickt das Licht der Welt

Es war ein warmer Frühlingsmorgen. Die Sonne lachte. Bienen und Schmetterlinge flogen fröhlich umher. In einer schönen großen Birke wohnte eine Großfamilie Spatzen, unter ihnen das frisch verheiratete Pärchen Emmi und Philip, die gerade Nachwuchs erwarteten. Sie hatten fünf Eier und freuten sich schon riesig, wenn ihre Küken endlich schlüpfen würden.

Doch plötzlich tauchte eine große hungrige Ratte auf und alle Spatzen waren in heller Aufregung. Gemeinsam versuchten sie, die Ratte mit ihren spitzen Schnäbeln zu pieksen und sie damit in die Flucht zu schlagen. Sie jagten der Ratte hinterher. Doch sie hatten dabei eine zweite Ratte übersehen, die sich unbemerkt an das Nest von Emmi und Philip heranschlich, während alle Spatzen der ersten Ratte folgten und das Nest unbewacht gelassen hatten. Als die Spatzen hörten, wie die Eier zerbrachen, flogen sie in großer Sorge sofort zurück, allen voran natürlich Emmi und Philip, die ihre Babys retten wollten. Sie konnten die zweite Ratte zwar auch verjagen, aber das Nest war übersät mit Eierschalen. Emmi brach sofort in Tränen aus. „Meine armen Babys, meine armen Babys!“ schluchzte sie. Philip versuchte verzweifelt, zu retten, was zu retten war.

Und tatsächlich. Ein Ei war unversehrt geblieben. Ein einziges. Dann auf einmal fing dieses Ei an, sich zu bewegen. Kleine feine Risse entstanden in der Schale. Emmi und Philip und alle anderen Spatzen scharten sich um das Ei. Dann lugte ein winziger Schnabel hervor, dann das ganze Köpfchen. Das kleine Spatzenküken befreite sich mit aller Kraft von den Schalen und blieb dann erst einmal erschöpft sitzen. Die erwachsenen Spatzen flatterten erregt und neugierig um das Küken herum. „Was ist es denn? Ein Junge oder ein Mädchen?“ fragte einer. „Ist es gesund?“ fragte ein anderer. Emmi und Philip rückten an ihr Küken heran und liebkosten es. „Es ist ein Junge!“ jubelte Philip. „Wie wollen wir ihn denn nennen?“ fragte Emmi. Das kleine Küken hob den Kopf und piepste mit noch schwacher Stimme „Bobby! Bobby möchte ich heißen!“ Alle Spatzen lachten vergnügt und Emmi und Philip sagten wie aus einem Munde „Willkommen Daheim, Bobby!“

2) Erste Flugversuche

Bobby hatte seine Eltern schon oft beobachtet, wie sie ihre Flügel ausbreiteten und losflogen, um etwas zu essen zu besorgen. Seit dem Überfall der Ratten auf das Nest hatten die Spatzen in der großen Birke immer ein paar Wachen aufgestellt, solange die anderen auf Nahrungssuche waren oder Zweige und Blätter holten, um neue Nester zu bauen oder ihre alten Nester zu renovieren. Deshalb hatten Emmi und Philip keine Angst, ihren kleinen Sohn Bobby im Nest zurück zu lassen. Sie wussten ja, dass die anderen Spatzen auf ihn aufpassen würden.

Kaum waren seine Eltern aus dem Blickfeld verschwunden, dachte Bobby, dass er doch auch mal versuchen könnte zu fliegen. Emmi und Philip hatten ihm zwar verboten, ohne sie Flugversuche zu unternehmen, aber Bobby war halt ein kleiner neugieriger Spatz und wollte es dennoch wagen. Also hüpfte er auf den Rand des Nestes, breitete seine kleinen Flügel aus und sprang. Seine Flügelchen schlugen auf und nieder, auf und nieder. Bobby mühte sich ab und war schon nach ein paar Sekunden völlig außer Puste. Und leider waren Bobbys Flügel einfach noch nicht stark genug. Er verlor immer mehr an Höhe und dann machte es „Plumps“ und Bobby war auf den Boden gefallen. Wie gut, dass sein Nest nicht allzu hoch war, sonst hätte er sich bestimmt weh getan. Glück gehabt, Bobby! Die erwachsenen Spatzen, die eigentlich Wache schieben sollten, hörten den Plumps und waren total erschrocken. Als sie jedoch sahen, dass Bobby nichts passiert war, fiel ihnen ein Stein vom Herzen und sie schworen feierlich, nie mehr so unachtsam zu sein. Denn es hätte Bobby ja wirklich etwas Schlimmes zustoßen können. Sie halfen ihm wieder zurück in sein Nest, denn alleine hätte er es nicht geschafft.

Als Emmi und Philipp nach Hause kamen, saß Bobby wieder quietschvergnügt im Nest und freute sich über den leckeren Wurm, den seine Eltern für ihn mitgebracht hatten. Als er satt und gestärkt war, beichtete Bobby seinen Eltern, dass sein Flugversuch fehlgeschlagen war. Emmi und Philip schimpften mit ihm, weil er nicht auf sie gehört hatte. Aber sie waren total froh, dass ihrem Küken nichts zugestoßen war.

3) Elisa

Bobbys Flugkünste wurden immer besser. Jetzt traute er sich schon zu einer Pappel, die fast zehn Meter von der heimischen Birke entfernt war. Seine Eltern Emmi und Philip waren richtig stolz auf ihn. Eines Tages, als Bobby wieder einmal in der Pappel saß, entdeckte er ein Eichhörnchen, das sich richtig abmühte, von Ast zu Ast zu hüpfen. Es war noch ganz klein und Bobby schaute sich um, ob vielleicht die Eltern des Eichhörnchens irgendwo in der Nähe waren. Aber er sah außer diesem kleinen Fellknäuel keine anderen Eichhörnchen.

Da Bobby von Natur aus sehr neugierig war, flatterte er auf das Eichhörnchen zu und fragte, wie es denn heißt und was es hier so macht. Das Eichhörnchen erschrak zuerst, weil Bobby sich von hinten genähert hatte und nun ganz dicht hinter dem Eichhörnchen war. Daher war Bobbys Stimme sehr laut. Als sich das Eichhörnchen umdrehte und sah, dass nur ein kleiner Spatz hinter ihm saß, hatte es keine Angst mehr. „Elisa heiße ich“, sagte das Eichhörnchen. Doch dann fing Elisa plötzlich an zu weinen. Bobby versuchte sie zu trösten aber Elisa schluchzte nur „ich weiß nicht mehr, wo meine Eltern sind“.

Elisa war nämlich mit ihren Eltern, sie hießen Sarah und Toby, unterwegs gewesen, um Nüsschen zu sammeln. Und obwohl ihre Eltern ihr verboten hatten, sich zu weit von ihnen zu entfernen, ist Elisa einem Schmetterling nachgehüpft, weil der so schön bunt war. Dabei hatte Elisa nicht gemerkt, dass ihre Eltern schon nicht mehr in Sichtweite waren. „Meine Eltern sind bestimmt böse auf mich. Und vielleicht finden sie mich gar nicht mehr“, weinte die kleine Elisa. Aber Bobby, der ja schon ganz stolz auf seine Flugkünste war, bot Elisa an, ihre Eltern zu suchen. Sie solle in der Pappel sitzen bleiben und er würde dann von hoch aus der Luft nach ihren Eltern Ausschau halten. Denn schließlich habe er ja einen besseren Überblick von dort oben.

Gesagt, getan. Bobby düste in die Lüfte und suchte mit seinen scharfen Augen die Gegend ab. Und tatsächlich. Nur ein paar Bäume weiter sah er zwei Eichhörnchen hektisch umher hüpfen. Das konnten nur Elisas Eltern sein, denn man sah ihnen die Sorge um ihr Kind förmlich an. Bobby flog sofort auf sie zu und fragte sie, ob sie Elisas Eltern seien. „Oh ja“ riefen sie, „weißt du wo unsere Kleine ist?“ Klar, Bobby wusste es und erzählte ihnen von seiner Begegnung mit Elisa. Dann führte er Elisas Eltern zu ihrem Kind und alle drei waren überglücklich. Die Eltern waren so froh, dass sie Elisa wieder hatten, dass sie gar nicht mehr mit ihr schimpfen wollten.

Von da an waren Bobby und Elisa die besten Freu



 

 

 





 

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