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Manuela Gorn *Berlinerstr 14*16348*Wandlitz*Tel.033395-71290*email:Heiratsschnuffel@aol.com

Kinderkurzgeschichten

Kindergeschichte


Die schüchterne Marie

Es war einmal ein schüchternes Mädchen. Es hiess Marie, und es war so
schüchtern, dass es immer den Kopf senkte und auf den Boden schaute,
wenn jemand etwas zu ihm sagte. Und das nur, weil es Angst hatte,
jemand könnte sehen, dass es glühend rot wurde im Gesicht.

Marie mochte es nicht, wenn jemand sehen konnte, wie sie rot wie eine
Tomate wurde im Gesicht. Sie schämte sich dafür. Wenn das nur weg
ginge, dieses blöde Erröten nicht wäre, sagte Marie immer wieder zu sich.
Wieso immer ich? Die andern werden nie rot. Die haben es besser, sie
sind alle ganz ungezwungen und frei.

 Marie leidete sehr darunter und spielte deswegen wenig mit anderen Kindern.
Meist blieb sie daheim und verbrachte die Zeit in ihrem Zimmer. Dort fühlte
sie sich wohl und sicher. Dort war niemand, der mit ihr sprechen wollte.
Dort konnte sie Bücher lesen und träumen.

Das war aber für Marie gar nicht immer nur schön. Denn eigentlich mochte
sie gerne mit anderen Kindern und Menschen zusammensein. Mit ihnen
spielen, reden und gemeinsam etwas unternehmen. Manchmal dachte sie
sogar daran, wie es wäre, wenn sie eine gute Freundin oder einen lieben
Freund hätte, wie die anderen Mädchen aus ihrer Klasse.

Was sollte sie nur tun? Das konnte doch nicht ewig so weitergehen. Oder
musste das so sein, dachte sie immer wieder.

Es war ein schöner Sommertag und die Leute waren alle beim Baden oder
auf dem Feld. Nur Ann hockte alleine daheim. Ihre Mutter merkte wohl,
dass sie unruhig war und sich zu nichts entscheiden konnte. Sie war klug
und sagte deshalb zu ihr: "Gehst du mir noch ein paar Sachen einkaufen
im Supermarkt Ann?"

"Ja klar", tönte es aus ihrem Zimmer und so schlenderte Ann den Weg
hinunter in den nahen Ort mit dem grossen Einkaufsladen. Es war ruhig
auf den Strassen, sie war in Gedanken versunken und sah den Radfahrer
nicht, der rasend schnell um die Ecke kam und sie beinahe überfahren
hätte. Erschrocken blieb sie stehen und schaute ihm nach. Das Herz ist
ihr beinahe stehen geblieben, so war sie aus ihren Gedanken gerissen
worden. Arschloch, dachte sie.

Am liebsten hätte sie es ihm ins Gesicht geschrien. Arschloch! - Das
hätte sie sich aber bestimmt nicht getraut, wäre er vor ihr gestanden.
In dem Fall war das aber auch gar nicht nötig. Denn als sie den Kopf
hob, stand er vor ihr und meinte: "Sorry, ich bin ein Arsch. Bin viel zu
schnell um die Kurve. Hast du dich verletzt?"


"Nein, nein, alles in Ordnung", stammelte Ann etwas unsicher. Sie wollte
rasch weiter. Könnte ja sein, dass sie rot wurde. Das durfte er auf gar
keinen Fall sehen. Wäre ja noch schöner, dachte sie.

"Darf ich dich einladen, zu einem Eis oder einem Kaffee? Ich würde mich
gerne entschuldigen damit. Sicher bist du sehr erschrocken. Wir könnten
da unten ins Café gehen. Ich bin allerdings etwas verschwitzt und sicher
habe ich einen tomatenroten Kopf, aber ich würde mich sehr freuen",
sagte er lächelnd.

Erst jetzt schaute Ann ihm direkt ins Gesicht und in der Tat, er war so
etwas von rot im Gesicht. Röter fast noch als eine Tomate. Aber es
strahlte. Seine Augen strahlten, sein Mund, sein ganzes Gesicht. Man
hatte das Gefühl sogar seine Haare strahlen. Die pure Lebensfreude kam
ihr entgegen, und sie musste nun doch ein wenig lachen.

"Und ich hatte schon Angst, mein Humor sei nicht angekommen", witzelte
er daraufhin. Beide lachten. Und sie lachten auch noch als sie gemeinsam
die Strasse hinunter liefen. Denn er machte noch weitere Spässe und
erzählte total lustige Sachen. Er habe so ein tomatenrotes Gesicht, damit
man die vielen Sommersprossen weniger gut sehen könne und damit er in
der Nacht schön leuchte und nicht überfahren werde.

Wie  marie hatte er rote Haare und viele Sommersprossen. Ob er denn
immer schon so humorvoll gewesen sei, fragte Marie als sie im Café sassen
und auf ihr Eis warteten.

Er wurde still und fragte nach einer Weile: "Wie heisst du eigentlich?"
"Marie, ich heisse Marie. Und du?" Sie schaute schüchtern hoch, ihm direkt
in die Augen. Er blinzelte ihr zu und lächelte: "Lars."

Sofort senkte Ann den Blick wieder und nuschelte dabei am Tischtuch
herum, damit er ja nicht sehen konnte, dass sie rot wurde. Er hat es aber
gesehen und meinte, er möge keine blassen Mädchen. Rote Wangen aber
finde er einfach unwiderstehlich. Und er fügte noch an, sie sei sehr hübsch.

"Wirklich?" fragte sie nach und nun getraute sich Marie ihm wieder in die
Augen zu schauen. Ein liebevolles Lächeln kam ihr entgegen. Eine Weile
sassen sie einfach nur still da und schauten sich in die Augen.

"Früher wurde ich übrigens auch immer rot", brach er nach einer Weile die
Stille. "Kaum mehr unter die Leute habe ich mich gewagt und immer wie
einsamer bin ich geworden und trauriger."


Jetzt begann er zu erzählen, und dass er sich deshalb so witzige Sachen
und Geschichten angeeignet habe. Durch den Humor sei das Problem viel
kleiner geworden. Er habe es nicht mehr so wichtig genommen. Am Anfang
habe er sich einfach gesagt: so, heute gehe ich unter die Leute und zeige
ihnen mal meinen tomatenroten Kopf. Der ist nämlich einzigartig und sicher
haben die noch gar nie so einen roten Kopf gesehen.

Sie lachten beide. Oder ich sagte mir, heute will ich mal wieder rot werden.
Aber so richtig rot. Nicht nur rosarot, sondern richtig feuerrot. Und bevor
ich nicht mindestens dreimal rot geworden bin, gehe ich nicht nach Hause.

Wieder lachten sie und schauten sich in die Augen. Und so verging die Zeit.
Marie musste ja noch für ihre Mutter einkaufen. Das wollte sie auf gar keinen
Fall vergessen, sonst sind die Geschäfte dann geschlossen. Die Zeit war
so schnell um, sie hatte es gar nicht bemerkt, weil sie so schön war.

Also sagte sie tschüss und bedankte sich fürs Eis. Er lächelte schon wieder
und ihr wurde ganz warm ums Herz.

Auf dem Heimweg lächelte sie auch und sprang in die Luft vor Freude.
So einen schönen Nachmittag hatte sie schon lange nicht mehr erlebt.
Marie freute sich und sie nahm etwas mit auf den Weg. Sie hatte Hoffnung,
dass es jetzt viel besser wird mit dem Rotwerden, weil es nämlich gar
nichts Schlimmes ist.

Auf jeden Fall aber träumte sie in dieser Nacht von  Danny und bestimmt
wird sie ihn bald wiedersehen.

 
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Der kleine Frosch Artus

Es war einmal ein kleiner Frosch Artus.
Der hatte ganz gerne frischen Dorsch.
Er tauchte, schwamm den Fischen hinterher,
doch leider blieben seine Hände immer leer.

Irgendwann war der kleine Frosch müde und wollte nicht mehr den
ollen Fischen hinterherjagen. Er suchte sich ein neues Spiel aus.
Als gerade viele Seerosenblätter auf dem Teich schwammen, kam
ihm die Idee mit dem Seerosen-hüpfen. Er wollte von einem
Seerosenblatt auf das andere hüpfen.

Das war aber gar nicht so einfach für einen kleinen Frosch.
Es brauchte Mut und Kraft.

So übte der kleine Frosch zuerst mit Blättern, die ganz dicht
aneinander auf dem Wasser lagen. Denn so war er sicher, dass
er sie erhüpfen mag und nicht ins Wasser plumpste. Er hüpfte
also ganz fröhlich von einem Blatt aufs andere, pfiff dazu und
hatte seinen Spass. Die Blätter waren ja nah und es ging ganz
leicht.

Bald wurde das aber dem kleinen Frosch zu langweilig und zu
leicht und so suchte er sich ein Blatt aus, das ziemlich weit weg
von einem andern Blatt schwamm. Auf dieses Seerosenblatt wollte
er jetzt unbedingt hüpfen. Er war ganz aufgeregt und sagte sich:

"Ja, das schaffe ich."

Der kleine Frosch nahm viel Anlauf und machte einen ganz grossen Sprung.

Plumps!

Machte es, und der kleine Frosch fiel kurz vor dem nächsten
Seerosenblatt bäuchlings in den Teich. Dabei kam ihm ein grosser
Schluck Wasser in den Hals, so dass er arg husten musste und
kaum mehr schwimmen konnte. So gut und so schnell er konnte,
paddelte er an den Teichrand.

Dort wartete bereits seine Mutter auf ihn. Mit einem lächelnden
Auge hatte sie ihn beobachtet: "Komm Kleiner," sagte sie liebevoll
zu ihm und nahm ihn in die Arme, um ihn zu trösten.

"Das nächste Mal bist du sicher vorsichtiger und dann klappt es
ganz bestimmt. Da bin ich ganz sicher."

So war es. Jeden Tag übte der kleine Frosch Seerosenhüpfen.
Immer aber in kleinen Schritten bis er eines Tages mit einem
ganz ganz grossen Sprung auf allen Blättern herumtanzen
konnte, wie die grossen Frösche.

Das hübsche Kätzchen

Es war einmal ein kleines hübsches Kätzchen,
das machte gerne seine Mätzchen.
War ganz niedlich und auch keck,
und manchmal unverschämt und frech.

Schon von klein auf sagten alle immer wieder zu ihm, dass es ein gar
schönes und braves Kätzchen sei. Das Kätzchen war zuerst anderer
Meinung. Doch, wenn alle das sagen, dann wird es sicher stimmen.
So dachte es später und fühlte sich ein bisschen geschmeichelt.

Es ging sogar noch weiter und kokettierte damit, schlug die Augen
auf und schaute extra ganz ganz süss drein. So erhielt es noch mehr
Lob und noch mehr Aufmerksamkeit und Liebe.

Es hatte auch viele Freunde. Alle wollten mit ihm zusammen sein,
weil es so hübsch und nett war.

So lebte das Kätzchen mit seiner Schönheit ganz glücklich und gut.
Allmählich wurde es aber älter und eines Tages sogar ganz schwer
krank. Die Haare fielen ihm aus und es hatte überall Stellen, die arg
juckten. Das hübsche Kätzchen musste den ganzen Tag kratzen
und war gar nicht mehr hübsch. Eher sah es aus wie ein hässliches
Entelein.

Und so fühlte es sich auch.

Das hübsche Kätzchen zog sich zurück. Es ging nicht mehr aus und
nicht mehr Mäuse jagen. Es hockte nur noch in einer Ecke und war
ganz ganz traurig. Keiner kam es besuchen. Es fühlte sich schlecht
und alleine gelassen und sehr sehr einsam.

Niemand kam mehr bei ihm vorbei. Niemand beachtete das Kätzchen
mehr. Langsam wurde ihm klar, dass alle nur mit ihm zusammen
sein wollten, weil es so hübsch war. Alle wollten nur angeben mit ihm.
Als ihm das bewusst wurde, fing es zu weinen an und wurde noch
trauriger und noch kränker.

Und so verging die Zeit und es wurde einfach nicht besser.


Eines Tages kam ein fremder Kater vorbei. Er war auf der Durchreise
und wollte sich ein wenig ausruhen. Er sah das kleine Kätzchen in einer
Scheune in der Ecke liegen und fragte: "Was hast du denn, du kleines
süsses Kätzchen? Was fehlt dir?"

Das Kätzchen schaute hoch und sah den grossen Kater vor sich.
Seine Stimme war ruhig, so dass sich das Kätzchen nicht fürchtete.
Ganz im Gegenteil, seine Anwesenheit war ihm angenehm.

"Ich bin einsam und krank", sagte es leise. "Es juckt mich immer und
ich muss so viel kratzen. Jetzt ist das Fell struppig und ich sehe
hässlich aus. Keiner liebt mich mehr. Keiner besucht mich mehr. Alle
meiden mich und gehen mir aus dem Weg."

Und so kam es, dass das Kätzchen dem Fremden seine ganze
Geschichte erzählte.

Dieser hörte aufmerksam zu und sagte danach ganz liebevoll zu ihm:
"Du bist ein ganz armes Kätzchen. Da hast du ja schlimme Zeiten
hinter dir. Weisst du was, ich habe eine gute Idee. Jetzt gehst du mit
mir ein bisschen spazieren. Die Sonne scheint und die wird dir gut tun."

"Schämst du dich denn nicht mit mir, ich bin doch hässlich?" sagte
das Kätzchen zu ihm und schaute schüchtern zu Boden.

"Nein, nein, du bist überhaupt nicht hässlich. Du hast wunderschöne
Augen. Ich kann mich nicht genug satt sehen an ihnen," sagte der
fremde Kater lächelnd. "Und ich schäme mich überhaupt nicht".

Und so gingen die beiden spazieren. Sie wurden beobachtet von all
den anderen Katzen, aber es war ihnen egal.

Das hübsche Kätzchen blühte etwas auf, und es fühlte sich ganz wohl
und sicher in der Nähe des Katers. So still und bei sich liefen sie eine
Weile nebeneinander her bis der Kater plötzlich stehen blieb und sagte:
"weisst du, es ist nicht so wichtig, hübsch und schön zu sein. Viel viel
wichtiger ist es, wenn man im Herzen "hübsch" und "schön" ist."

Das Kätzchen schaute ihn lange an:

"Was meinst du damit?" fragte es dann ganz neugierig.

"Wenn du ein offenes Herz hast für die anderen, egal wer sie sind und
woher sie kommen und wohin sie gehen wollen. Wenn du deine Liebe
und deine Talente zum Ausdruck bringen kannst, auch wenn du ab
und zu gegen den Strom schwimmen musst, und wenn du gut für
dich selber sorgen kannst," sagte der Kater langsam und eindringlich.
Dabei schaute er mit ganz ernstem Blick in die Ferne. Er wusste ganz
genau, von was er sprach. Er war selber einmal in einer ähnlichen
Situation wie das kleine Kätzchen.

Nach einer Weile drehte er sich um und blickte dem Kätzchen direkt
in die Augen: "Du bist für mich das schönste Kätzchen der Welt. Und
ich habe mich vom ersten Augenblick an, wo ich dich gesehen und
gehört habe, wohl gefühlt in deiner Nähe."

Er nahm nun das hübsche Kätzchen in den Arm und drückte es ganz
ganz liebevoll an sich. Das tat dem kleinen Kätzchen sehr wohl.
So viel Liebe und Aufmerksamkeit hatte es schon lange nicht mehr
erhalten. Endlich hörte ihm jemand zu.

Und jetzt kullerten dem grossen Kater und dem kleinen Kätzchen doch
ein paar Tränen aus den Augen vor Freude und Glück. Und das war gut.

Von diesem Moment an waren die beiden unzertrennlich. Das hübsche
Kätzchen wurde langsam wieder gesund und konnte zufrieden am
Leben teilnehmen. Es brachte seine Stärken dort ein, wo es konnte
und sorgte von nun an selber für das, was es brauchte, für das, was
ihm gut tat. Die Lobhudelei der anderen brauchte es nicht mehr.

Und so wurde aus dem hübschen Kätzchen ein kluges Kätzchen.
Eine kurze Kindergeschichte


Der unzufriedene Leon


Es war einmal ein Junge und der hiess Leon. Leon war immer unzufrieden über
alle und über alles. Wo immer er konnte meckerte und schimpfte er.

Gingen alte Menschen vorbei sagte er ihnen: ihr alten Säcke. Gingen junge
Menschen vorbei sagte er ihnen, blöde Kerle. Gingen Mädchen vorbei sagte
er, dumme Gänse. Alle Menschen hatten immer mehr als Leo. Das meinte er
jedenfalls. In Wirklichkeit hatte er alles. Nur eines hatte er nicht. Nämlich
Freunde. Niemand wollte Freund von ihm sein, denn Leo machte nie richtig
mit. Er hielt sich nie an Verabredungen, er wollte nur immer alle verhauen.
Und dann sagte er auch immer wieder: "Ich brauche gar keine Freunde".

Das stimmte natürlich nicht. Sehr gerne hätte auch er Freunde gehabt und
mit den andern etwas unternommen. Er war nicht ehrlich mit sich selber.
Er wollte nur nicht zugeben, dass er alleine ist und dass er lieber nicht
alleine sein wollte.

Seine Unzufriedenheit steigerte sich und so wurde er ein böser aggressiver
Junge, der alle beschimpfte und allen schlechte Wörter nachrief. Und es
kam sogar vor, dass er prügelte und auf alles einschlug.
Einmal da haute er mit einem Stecken auf einen Hund ein bis dieser eine
grosse Wunde hatte und blutete und ganz laut jaulte.

Das hatte zum Glück das Mädchen lena von nebenan gesehen. Es war ihr
Hund. Aufgebracht und total wütend kam es angesprungen: "Was bist du
nur für ein böser Tölpel", schrie es ihn an. Ob er nicht wisse, dass er dem
Hund sehr sehr weh getan habe.

"Das machen wirklich nur ganz ganz dumme Jungs", sagte es laut und böse.

Das Mädchen lena hob den Hund auf und trug ihn ins Haus: "Nur ganz ganz
dumme Jungs", rief sie nochmals zurück.

Das gab Leo zu denken, denn er hielt viel von dem Mädchen von nebenan.
Es war sehr klug, spielte Klavier und sah auch noch sehr hübsch aus.
Alle Jungs aus seiner Klasse waren in sie verliebt. Alle wollten ihr Freund
sein. Er auch, aber das Mädchen wählte nur kluge Jungs aus.

Zu gern wäre er ihr Freund gewesen. Schon lange träumte er davon.
Nur, er hatte nie den Mut gehabt, es ihr zu sagen. Einmal wollte er ihr
einen Brief schreiben und sie fragen, ob sie mit zum See käme. Daraus
wurde jetzt auch nichts mehr. Sicher hasste sie ihn wegen der Sache
mit dem Hund.

Das war auch wirklich zu dumm von mir, dachte er. Das macht man wirklich
nicht. Er wusste es, und er hatte ganz arg ein schlechtes Gewissen. Und
dann schimpfte auch noch seine Mutter und der Vater, weil die Nachbarin
natürlich anrufen und ihn verpetzen musste.

"Du gehst jetzt sofort mit diesem Kuchen zu den Nachbarn und dann
entschuldigst du dich in aller Form", sagte die Mutter schroff. Und jetzt
war sie wirklich stinksauer. Er sah es ihr genau an. Wenn sie so ein Gesicht
machte, dann wusste er, jetzt hats zehn geschlagen.

Aber was für eine peinliche Niederlage. Er und sich entschuldigen. Das war
nun wirklich gar nicht sein Ding. Und dann auch noch mit Kuchen. Ganz
kurz versuchte er noch der Mutter zu widersprechen, ihr Gesichtsausdruck
sagte aber alles und er wusste, dass das gar nichts bringen würde.
Höchstens Taschengeldentzug, Hausarrest und sein Fahrrad auf den
Geburtstag könnte er sich dann auch ans Bein streichen.

Also ging er schweren Schrittes mit dem Kuchen zu den Nachbarn und
klingelte einmal ganz kurz. Nur ganz kurz. Es könnte ja sein, dass sie
vielleicht nicht zu Hause waren, und er gleich wieder gehen konnte.
War aber nichts. Das Mädchen machte auf. Auch das noch, dachte er.
Und grimmig schaute sie ihm mitten ins Gesicht. Sie war sehr sehr
böse auf ihn.

Leo runzelte die Stirne: "Entschuldigung", murmelte er vor sich hin und
reichte ihr den Kuchen. "Was hast du gesagt", fragte das Mädchen ganz
laut, so dass man es durchs ganze Haus hören konnte. "Ich habe dich
nicht verstanden". Das Mädchen rief ins Haus: "Leon ist da und will uns
etwas sagen. Kommt doch mal alle her".

Und dann kam die ganze Familie aus dem Haus. Opa, Oma, die Eltern und
noch vier Geschwister und alle starrten sie auf Leo. Leo wäre am liebsten
in den Boden versunken, so hat er sich geschämt. Er brachte kein Wort
mehr hervor. Das war auch zu peinlich.

Das MädchenLena war klug und sagte rasch: "Leon hat uns einen ganz leckeren
Kuchen mitgebracht. Er möchte uns etwas sagen. Und was er zu sagen hat,
das sagen nur Jungs die ganz ganz klug sind".

Ihre Worte wirkten. Leon kam aus sich heraus und zeigte nun eine ganz
andere Seite von ihm.  Leon entschuldigte sich in aller Form und das werde
bestimmt nie nie mehr vorkommen. Es tue ihm sehr leid. Er sei wirklich
dumm gewesen. Und wie es denn dem Hund gehe, fragte er. Er habe
das wirklich nicht gewollt.

Das hat er auch nicht. Den Hund hat er nämlich immer gemocht und viel
mit ihm gespielt, wenn er alleine war. Er war einfach so wütend, weil die
anderen Kinder ihn nicht haben mitspielen lassen. Dann hat er angefangen
um sich zu schlagen und auf das Nächstbeste einzuhauen.

Hätte er doch nur auf den Boden gehauen oder auf ein Stück Holz statt
auf den lieben Hund. Er war doch sein Freund. Das macht man wirklich
nicht. Die Tiere und Menschen sind nicht Schuld an der Unzufriedenheit
von Leon. Das wusste er genau.

"Komm Leon", sagte die Nachbarin, "entschuldige dich bei Husky persönlich.
Es geht ihm gut, und er wird sich sicher freuen, wenn du jetzt ganz lieb
zu ihm bist. Und danach isst du ein Stück Kuchen mit uns."

Alle stimmten ein: "Ja komm, iss ein Stück Kuchen mit uns."

Ja, das mache er gerne. Zuerst wolle er aber zu seinem Freund. Husky lag
in seinem Körbchen als Leon kam. Ein dicker Verband war um seine linke Pfote
gebunden. Er winselte und zog den Kopf ein als er Leon sah. Wie wenn er
Angst hätte, nochmals geschlagen zu werden. Zum Glück hatte Leon nur
die Pfote getroffen.

"Husky mein Lieber", sagte Leon leise und näherte sich ihm ganz vorsichtig.
Erst hielt er nur seine Hand an seine Schnauze, damit er ihn beschnuppern
konnte. Das war gut, denn jetzt hatte der Hund wieder Vertrauen und Leo
konnte ihn ganz feste in den Arm nehmen und liebkosen: "Es tut mir so leid
Husky, es tut mir so leid", sagte Leo zu dem Hund und dabei liefen ihm die
Tränen über's Gesicht.

Wie wenn Husky es verstanden hätte, stand er auf und leckte Leo freudig
das Gesicht ab. Alle lachten und waren glücklich.

Und Leo war überglücklich, denn jetzt gab es Kuchen und er durfte neben
dem hübschen Mädchen sitzen. Zusammen mit der ganzen Familie an einem
grossen Tisch. Das hatte Leo sich immer gewünscht. Er hatte nämlich keine
Geschwister.

Als er nach Hause ging, dachte er bei sich. Die sind ja gar nicht so böse,
wie ich immer dachte. Die sind sogar sehr sehr nett. Sie haben gesagt,
ich dürfe jederzeit wieder kommen und auch immer mit Husky spielen.

Das freute ihn ganz besonders. Er mochte Husky über alles und er freute
sich jetzt schon auf den nächsten Besuch, denn dann wird er das hübsche
Mädchen wieder sehen. Bis dahin möchte er sich bemühen und ein kluger
Leon werden, damit das Mädchen ihn mag.

Und so ist aus dem unzufriedenen Leo ein kluger und zufriedener Leo
geworden, der all die bösen Streiche nicht mehr nötig hatte.
 

Das coole Meerschweinchen Schadow

Es war einmal ein cooles Meerschweinchen,mit Namen Schadow
das hatte ganz flinke Beinchen.
Cool war es wegen seiner Haare
die waren lustig im Gebahren.

Das coole Meerschweinchen ging sehr gerne einkaufen. Es liebte die
Welt der kleinen feinen Lädelchen. Vor allem zum Bäcker ging es ganz
gerne. Da roch es immer ganz fein nach frischem Brot und Kuchen.

Bevor es jedoch das Haus verliess, machte es seine Haare zurecht.
Das war für das Meerschweinchen ganz wichtig, denn nur mit seiner
Frisur fühlte es sich so richtig cool. Seine Haare mussten nämlich auf
allen Seiten aufstehen. Das gefiel dem Meerschweinchen. Das fand
es cool.

Auch heute machte sich das coole Meerschweinchen flott zurecht.
Es hatte sich etwas besonderes ausgedacht. Die Haare sollten heute
nicht nur auf allen Seiten hochstehen, sondern auch noch eine andere
Farbe bekommen.

"Grün oder pink, was soll ich nehmen?" sagte es so vor sich hin. Beides
war total cool. Endlich, nach einer Weile entschied es sich für Pink. Es
fingerte und zupfte an seinen Haaren herum, gab viel Spray hinein und
dann die Farbe obendrauf.

"Jeeeep", sprang es auf als es fertig war und freute sich ganz doll.
"Das sieht einfach mega super aus. Nein megacool, verbesserte es
sich. Cool war nämlich ganz wichtig für das Meerschweinchen.

Frisch gestylt ging es nun zum Bäckermeister. Stolz spazierte es
durch die Strasse und wichtigtuerisch trat es in den Bäckerladen
ein. Es fand sich selber wirklich obercool.

Das Meerschweinchen kam an den Tresen und bestellte sich bei
der Bäckerin ein Brot und Schokoladenkuchen. Ein kleines Mädchen
sass auf dem Tresen und beobachtete ihn. Vor allem seine Haare
hatten es ihm angetan. Es schaute immer wieder und schaute und
schaute.

Das coole Meerschweinchen wurde etwas nervös und bald wusste
es so gar nicht mehr, wo es noch hinschauen sollte. Dann endlich
sagte das kleine Mädchen ganz ernst zu dem Meerschweinchen:

"Sag, hast du immer so ein unordentliches buntes Gewusel auf dem
Kopf wie der Struwwelpeter?"

Gewusel, Struwwelpeter, dachte das Meerschweinchen. Das musste
doch so sein. Das war doch cool.

Es hörte die Leute hinter sich laut lachen. Völlig verunsichert und den
Kopf auf den Boden gerichtet, verliess es den Laden, rannte rasch
nach Hause und schaute in den Spiegel.

Ganz ganz lange schaute es in den Spiegel.

Und dann plötzlich begann es die Haare zu kämmen. Alle nach unten
bis sie ganz glatt waren. Es schaute wieder lange in den Spiegel und
sah ein ganz anderes Meerschweinchen vor sich.

Die Mutter des Meerschweinchens schaute vorsichtig zur Türe hinein
und als sie ihn sah, lächelte sie: "Jetzt siehst du so brav aus, wie du
bist. Das passt doch viel besser zu dir."

"He, brav, ich". Das Meerschweinchen verstand die Welt nicht mehr.
Es fühlte sich doch cool und gar nicht brav und so.

Da stimmt doch etwas nicht, dachte es und verzog sich kurzum in
sein Bett. Das machte es immer, wenn es ganz fest nachdenken
musste.

Ich bin ganz brav, aber ich möchte doch lieber ganz cool sein und
nicht so brav. Bravsein ist doch für Mädchen. Und ich bin doch ein
cooler Junge.

Das Meerschweinchen war aber eigentlich gar nicht so cool, sondern
eher schüchtern. Es getraute sich nicht so viel. Es brauchte immer
seine Frisur, damit es sich in einen Laden getraute und auch sonst
sagte es immer ja zu allem.

Gerne hätte es mal ein Mädchen angesprochen oder den Jungen
verhauen, der ihn immer hänselte auf dem Schulhof. Gerne hätte es
nein gesagt, wenn der grosse muskulöse Junge aus der 9. Klasse
wieder verlangte, dass es für ihn etwas klauen sollte. Gerne hätte
es sich gewehrt, wenn jemand ungerecht zu ihm war.

Das tat es aber nicht. Das Meerschweinchen zog sich dann einfach
schweigend in sein Zimmer zurück. Es war traurig und wütend und
allein.

Und jetzt war es wieder traurig und wütend, weil das Mädchen seine
Frisur nicht toll fand. Vielleicht hatte das Mädchen aber recht und die
Frisur war wirklich nicht so cool. Eine ganze Weile dachte es darüber
nach und dann beschloss es, dass es ab sofort anders sein wollte.

Nicht nur die Frisur sollte cool sein, nein, vielmehr es selber wollte
cool sein. Das war allerdings gar nicht so einfach und es musste
viel üben. Beim Bäcker wollte es anfangen.

Und so ging es ein zweites Mal in die Bäckerei und natürlich wieder
mit seiner Lieblingsfrisur. Mit seiner Frisur, in der es sich immer so
wohl gefühlt hatte. Es trat vor das kleine Mädchen hin und zeigte
auf seine Haare und sagte ganz cool: "He, Kleene, das sind meine
Haare und die sind genau richtig so, wie sie sind. Die gehören zu
mir und ich mag sie so."

Das Mädchen war klug und sagte zu ihm: "He, Cooler, und du gefällst
mir, wenn du dich für dich selber einsetzt und dafür deine Sprache
benutzt und nicht deine Fäuste!"

Dieses Erlebnis mit dem Mädchen war ganz wichtig für ihn. Seine
Sprache einsetzen und nicht die Fäuste, hatte es gesagt.
Darüber dachte das Meerschweinchen nach. Natürlich unter seiner
Bettdecke. Dort kam es zu dem Entschluss, dass das Mädchen recht
hatte. Das war gut, was es gesagt hatte. Cool war das.

Und jetzt hatte das Meerschweinchen etwas zu tun. Es musste sich
nämlich auf den nächsten Schultag vorbereiten. Falls der grosse Junge
kam. Das Meerschweinchen wollte sich nichts mehr gefallen lassen,
und das brauchte viel Mut und die richtigen Worte.

Was soll ich machen? Wie soll ich es anfangen? Der ist viel grösser
und kräftiger als ich. Wenn ich nicht mache, was der sagt, wird er
mich zusammenschlagen. Das Meeerschweinchen hatte Angst. Es
dachte an die Worte des Mädchens. Was würde es tun?

Das Meerschweinchen fasste allen Mut zusammen und ging zur
Bäckerei. "Hee, Kleene, kannste mal rauskommen, ich möchte dich
etwas fragen?"

Das war für das Mädchen in Ordnung und sie gingen hinter das Haus
und setzten sich auf eine Bank. Das Meerschweinchen tat sich etwas
schwer, wusste nicht wie anfangen. "Erzähl mir's!" sagte sie ganz
ernst und ruhig.

Und so erzählte das Meerschweinchen seine Geschichte von der Schule
und den Hänseleien, und dass es ihm gefallen habe wegen dem sich
Einsetzen mit der Sprache und so. Und dass es jetzt nicht genau wisse,
wie es das machen soll und ob sie ihm vielleicht einen Rat hätte.

Das Mädchen hörte aufmerksam zu und sagte dann nach einer Weile:
"Das Wichtigste hast du schon gemacht. Du hast dich jemandem
anvertraut. Du hast es mir erzählt. Das ist ganz wichtig, jetzt bist
du nicht mehr allein mit deinem Problem. Ich helfe dir. Wenn der
grosse Junge morgen kommt, dann werde ich in der Nähe sein.

Wenn er dir etwas tut, dann habe ich es auch gesehen und dann
gehen wir gemeinsam zum Lehrer und zu den Eltern."

"Und wie soll ich es ihm sagen?"

"Sag ihm ganz einfach, dass du das für ihn nie mehr machen wollest.
Dass du das dumm findest und wenn er dir etwas tun wolle, dann
gehest du zum Lehrer und tätest es melden und den Eltern ebenfalls.
Sag es ganz bestimmt und mit lauter deutlicher Stimme.

Komm, wir üben es! Wir machen ein Rollenspiel. Ich spiele den grossen
Jungen."

Und so übten sie bis das Meerschweinchen richtig cool auftreten
konnte und es mit fester und lauter Stimme: "Nein, das mache ich
ab sofort nicht mehr", sagen konnte.

Und so geschah es. Am andern Tag als der grosse Junge kam und
vom coolen Meerschweinchen etwas verlangte und ihm drohte,
sagte es ganz ruhig und laut: "NEIN, das mache ich ab sofort nicht
mehr."

Das Meerschweinchen wurde immer wie mutiger. Es getraute sich
viel mehr, und wenn es ein ungutes Gefühl hatte und fand, das sei
jetzt ungerecht gewesen, dann wehrte es sich dagegen und setzte
sich für sich oder auch für andere ein.

Das Meerschweinchen war jetzt auch öfter mit dem Mädchen
zusammen und wer weiss, vielleicht braucht es diese Frisur
irgendwann nicht mehr, weil es sich auch ohne ganz cool fand.









 

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